A New Star Is Born. OÖ-Nachrichten Porträt über TOO FAST Darstellerin Marlene Hauser
16.01.2015 > Nora Bruckmüller OÖ. Nachrichten News 2015
Die Linzerin Marlene Hauser, 19, hat sich gegen 400 Mitbewerber durchgesetzt und studiert nun am Max-Reinhardt-Seminar. Wie stark ihre Welt ins Wanken geraten ist, kann man aus Monas Gesicht ablesen, die ihren Kummer durch Koma-Saufen betäubt. Mona ist fiktiv, ein Charakter aus dem Kurzfilm „TOO FAST“, der der Suchtprävention dient. Lebendig wird diese Protagonistin des nervenaufreibenden Teenager-Lebens durch Darstellerin Marlene Hauser. Regisseur Günter Kaser war begeistert vom Filmdebüt der Linzerin, die am Dienstag 20 Jahre alt wird.
Seit Herbst studiert die Absolventin der HLW Auhof am Reinhardt-Seminar in Wien, Österreichs Kaderschmiede für Schauspielnachwuchs. „Das war das Schönste, was mir überhaupt passieren konnte“, sagt Hauser. Von dem Mädchen, das sich an den Umwälzungen des Erwachsenwerdens aufreibt, ist beim Treffen mit den OÖNachrichten nichts mehr zu sehen. Hauser ist eine junge Frau, die in sich ruht, gut und lange überlegt, bevor sie antwortet.
Mit dem Monolog von Nestroy
Hinter ihrer geglückten Aufnahme verbergen sich nüchterne Zahlen des Aussiebeverfahrens. Bei ihrem Vorsprechen im Sommer traten 400 Bewerber an, im Winter noch 200. Aufgenommen wurden neun, Hauser als einzige Österreicherin. Das war 2014.
Sie ging damals noch zur Schule und entschied erst 2015 mit dem Studium zu beginnen, nach der Matura. Im Rückblick über die Aufnahme: „Ich bin nicht mit der Erwartung hingegangen, dass ich gleich genommen werde. Das macht man, glaube ich, auch gar nicht, wenn man es das erste Mal probiert“, sagt Hauser. Wenn sie davon erzählt, schüttelt sie immer wieder den Kopf und lächelt in sich hinein, so als könnte sie gar nicht glauben, wie reibungslos es geklappt hat. Sie schaffte alle drei Bewerbungsrunden, die letzte war ein Parcours (Tanzen, Singen, Improvisation, Szenenvorbereitung), zuvor musste sie selbst gewählte Monologe vortragen. Vorbereitet hatte die Seminaristin einen facettenreichen Streifzug: „Antigone“ (Jean Anouilh), Salome Pockerl aus Nestroys „Talisman“, Zoe Mills’ Monolog aus Alan Ayckbourns „Henceforward“ und eine Szene aus „Siebenzehn“, einem am Landestheater Linz inszenierten Jugendstück.
Im dortigen Freispiel-Ensemble hatte Hauser erste Erfahrungen gesammelt. Und in Workshops in den Ferien. „Ich habe mich als Kind lange nicht getraut, im Schultheater mitzuspielen.“ Der Mut kam erst mit der Zeit, im Alter von 15, 16 Jahren entschloss sie sich dann, ihr Glück am Reinhardt-Seminar zu versuchen.
Wie eine Darstellerin, die ständig unter Strom steht, auch privat immer in Spiellust, wirkt sie nicht. „Ich nehme mir den Platz lieber auf der Bühne. Vielleicht sogar noch zu wenig, es ist ein Lernprozess.“ Vor Max Reinhardts Motto „Schauspiel ist Enthüllung“ hat sie keine Angst. „Das ist ja das Reizvolle. Die Bühne ist dabei mein Schutz.“
Eröffnet wurde das heutige Max-Reinhardt-Seminar 1928. Es geht auf die Initiative von Max Reinhardt zurück (1873, NÖ, – 1943, New York) Er war großer Impulsgeber für die heimische Bühnenkunst. Absolventen: Sophie Rois, Birgit Minichmayr, Christoph Waltz, Peter Alexander...
Auf dem Berufsweg zur öffentlichen Enthüllung.
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